Immunsystem: Schutz gegen Viren und Bakterien

Der beste Schutz gegen Viren und Bakterien – ein starkes Immunsystem!


Die Zeiten verändern sich und stellen sowohl Mensch als auch Tiere vor neue Herausforderungen. In Zeiten der Globalisierung haben es auch Viren und Bakterien leicht, sich schnell und oftmals unkontrolliert auszubreiten. Chronische Stoffwechsel- und Atemwegserkrankungen sind neben Allergien und Unverträglichkeiten auf dem Vormarsch und immer mehr Tierhalter sehen sich mit Autoimmunerkrankungen konfrontiert. Gerade bei den nicht gut greifbaren Autoimmungeschehen, die im weiteren Sinne auch Allergien, Unverträglichkeiten, Hautreaktionen und Darmerkrankungen umfassen, spielt die Funktionalität des körpereigenen Abwehrsystems eine entscheidende Rolle. Auch bei der Entstehung vieler Tumorarten kann das Immunsystem seiner Aufgabe nur noch unzureichend nachkommen und schafft es offenbar nicht, entartete oder unkontrolliert wachsende Zellen rechtzeitig zu erkennen und durch die Einleitung eines programmierten Zelltodes zu eliminieren. Ein intaktes Immunsystem ist der beste Schutz vor Krankheit und DER Schlüssel zur Gesundheit.


Das Immunsystem wird so häufig wie kaum ein anderer Teil des Organismus thematisiert. Es ist ein für die Gesunderhaltung unverzichtbarer Überwachungs- und Eliminierungsapparat, der schädliche Eindringlinge und für den Organismus bedrohliche Fehlentwicklungen auf molekularer und zellulärer Ebene erkennen und angreifen muss. Dabei ist es gerade für den Laien ein kaum greifbares Körpersystem, bei dem viele Funktionen ineinander greifen und in einem höchst komplexen System versuchen, den Organismus vor Krankheit zu schützen. Hierbei geht es keinesfalls nur darum äußere Eindringlinge, wie Viren, Bakterien oder Pilze zu erkennen und zu eliminieren. So spielt das Immunsystem beispielsweise auch eine wesentliche Rolle in der Tumorentstehung. Die Immunreaktion findet sowohl auf der Körper- und Schleimhautoberfläche als auch in den Körperflüssigkeiten, wie Blut und Gewebsflüssigkeit statt. Beteiligt an der Immunreaktion sind neben den bekannten Antikörpern auch eine Vielzahl an Immunzellen (zelluläre Abwehr), die sich zu großen Teilen im Darm befinden. Diese Abwehrzellen erfüllen vielfältige Funktionen, bilden beispielsweise spezielle Eiweißstoffe, die direkt auf den Erreger wirken, in lähmen oder zerstören können. Darüber hinaus gibt es spezielle Fresszellen, die den Eindringling direkt „auffressen“ oder auch Zellen, die den Erreger als Schädling identifizieren und markieren. Die Immunzellen sind bei der Geburt nur unvollständig ausgereift und durchlaufen eine fortlaufende Entwicklung. Zudem gibt es beim neugeborenen Tier kein Immungedächtnis, d.h. keine vergangenen Infektionen, an die sich das Immunsystem „erinnern“ und auf die es adäquat reagieren kann. Es ist somit in den ersten Lebenstagen und -wochen auf die über die Muttermilch aufgenommenen Antikörper angewiesen, bis der Körper seinerseits mit Erregern konfrontiert wird und sich entsprechend anpassen kann.



Was sind nun Gründe dafür, dass das Immunsystem nicht optimal arbeiten kann?


Einerseits können angeborene Gendefekte zu einer fehlerhaften oder geringeren Ausbildung von Immunzellen bzw. der Produktion nicht funktionsfähiger Immunzellen führen. Viel häufiger jedoch ist eine Überlastung des Immunsystems, bei dem das körpereigene Abwehrsystem sich gleichzeitig mit mehreren Erregern konfrontiert sieht. Werden die Kapazitäten des immunzellbildenden Knochenmarks deutlich überfordert kann es dann zu einem regelrechten Zusammenbruch des Immunsystems kommen. Da ein Großteil der Immunzellen im Darm sitzt, spielt auch die Darmgesundheit eine entscheidende Rolle. Da der Darm neben der Immunabwehr auch für die Metabolisierung der aufgenommenen Nahrungsmittel verantwortlich ist, ist die Bedeutung der Ernährung für das Immunsystem nur eine logische Schlussfolgerung.Auffällig ist, dass in den letzten Jahren gehäuft Erkrankungen auftreten, die auf eine Fehlfunktion des Immunsystems zurückzuführen sind. Hierbei kommt es zu Fehl- oder Überreaktionen gegen vermeintlich harmlose Allergene. Fehlreaktionen, die sich gegen eigene Körperzellen richten, werden als Autoimmunreaktionen bezeichnet und können zu teils schweren Folgen führen. Die genauen Gründe und Mechanismen dieser Fehlreaktionen sind bislang nicht abschließend geklärt, dennoch gibt es einige Faktoren, die in einigen Fällen vermutlich mitverantwortlich sind. So stehen Medikamente und Impfungen, aber auch künstliche Zusatz- und Konservierungsstoffe im Verdacht, Allergien und Autoimmunreaktionen zumindest zu fördern. Natürlich sind Impfungen nicht grundsätzlich schlecht, jedoch können sie im Einzelfall durchaus mitverantwortlich für die Entwicklung autoimmuner Reaktionen sein.Ob Ihr Tier nun ein starkes oder schwaches Immunsystem hat ist jedoch keinesfalls einfach eine Frage des Schicksals. Sie als Tierbesitzer können einiges dafür tun, um die Vitalität Ihres Tieres zu erhalten und zu fördern. Im Mittelpunkt aller Maßnahmen sollte dabei die Stärkung des Immunsystems stehen. Denn nur dann haben Tumorleiden, Autoimmunerkrankungen, Allergien oder Infektionen keine Chance. Während Tumorleiden und - neuerdings auch - Allergien häufig bei älteren Tieren auftreten, stellen Autoimmunerkrankungen oder Infektionen in jedem Alter eine Gefahr dar. Mutierende, sich verändernde oder resistent werdende Keime sind Bedrohungen, denen unsere Tiere jedes Jahr aufs Neue ausgeliefert sind. Viele Therapieansätze bei Allergien, Krebs und Stoffwechselstörungen werden zwar immer ausgereifter - die Zahl der Neuerkrankungen nimmt dennoch jährlich zu. Die beste und einzig echte Chance, um die Vitalität und Widerstandsfähigkeit Ihres Pferdes zu gewährleisten, ist deshalb ein intaktes Immunsystem. Allerdings kommen auch Tiere (wie auch der Mensch) im mittleren Alter in die sogenannte Immunopause: Die Abwehrkräfte des Immunsystems werden aufgrund des Alterungsprozesses immer schwächer. Das ist auch der Grund, weshalb es im zunehmenden Alter gehäuft zu Krankheiten kommt. Umso wichtiger ist es deshalb, rechtzeitig, regelmäßig und gezielt etwas für das Immunsystem zu unternehmen. Am besten zweimal im Jahr - im Frühjahr, wenn die Abwehrkräfte von den Belastungen der kalten Jahreszeit erschöpft sind, und im Herbst, um sich für die Herausforderungen des Winters vorzubereiten. Zu dieser Zeit steht auch der Fellwechsel an, der den Organismus und das Immunsystem zusätzlich schwächen kann. Nicht nur virale Erkrankungen und bakterielle Infektionen können dann besser abgewehrt werden, auch Tumorleiden, Allergien und Autoimmunerkrankungen stoßen dann auf ein intaktes Immunsystem.



Die Ernährung als Schlüssel zum starken Abwehrsystem?


Eine große Rolle in der Immunabwehr spielen das sogenannte MALT (Mucosa associated lyphatic tissue) und GALT (gut associated lymphatic tissue), lymphatisches Gewebe, das sich in den Darmwänden und der Schleimhaut des Verdauungstraktes befindet. Eine gestörte Darmflora führt über kurz oder lang zu einer mehr oder weniger starken Beeinträchtigung der unspezifischen und spezifischen Abwehr und fördert das vermehrte Eindringen von Antigenen in das Gewebe. Folgen können entzündliche Prozesse im Darm und chronische Verdauungsbeschwerden, wie auch Allergien und Unverträglichkeiten sein. Der Erhalt und Aufbau einer gesunden Darmflora ist daher essenziell für ein gut funktionierendes Immunsystem – der Leitspruch „du bist, was du (fr)isst“ sollte daher auch für Ihr Tier gelten.Achten Sie daher darauf den Organismus mit allen benötigten Mikro- und Makronährstoffen zu versorgen. Vermeiden Sie minderwertiges Futter, das Toxine (Schimmelsporen, Keime, etc.) enthält und unnötig Leber und Nieren belastet. Oftmals führt eine Belastung der Stoffwechselorgane dazu, dass der Körper Toxine nicht mehr hinreichend ausleiten kann und dann im Körper anlagert. Verschiedenste, häufig unspezifische Krankheitssymptome sind die Folge. Ein weiteres häufig zu beobachtendes Problem ist ein unpassendes Nährstoffverhältnis. Das Problem der Fettleibigkeit ist nicht nur in der Humanmedizin ein Problem, auch viele Tiere leiden unter Übergewicht, welches seinerseits zu einer Entgleisung des Stoffwechsels und einer Verschiebung der Darmflora führen kann. Trotzdem sind viele Symptome auf Mängel zurückzuführen. Mängel an diversen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen sind gerade in unserer Wohlstandsgesellschaft ein oft unterschätztes Problem. Vermeiden Sie künstliche Konservierungsstoffe und den Zusatz von Zucker und greifen Sie lieber auf natürliche Futtermittel zurück. Künstliche Zusatzstoffe schädigen nicht nur die empfindliche Darmschleimhaut, sondern können auch Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen (der Haut) verursachen.



Medikamente und Kräuter - bitte nicht unüberlegt und dauerhaft!


Eine weitere Problematik ist der sprichwörtliche Medikamentenmissbrauch. Vorschnelle Antibiotikagaben fördern bekanntlich Resistenzen, zerstören die Darmflora und begünstigen die Ansiedelung von unerwünschten Bakterien und Hefepilzen. Auch der hohe Einsatz von Kortison und anderen Präparaten sowie pauschale Entwurmungsintervalle fordern ihren Tribut. Ein maßvollerer und und überlegter Umgang mit Medikamenten ist sicher notwendig.Dennoch ist dabei nicht nur die Rede von chemischen Präparaten. Viele „naturverbundene“ Tierhalter bombardieren ihre Lieblinge regelrecht oft unüberlegt mit verschiedenen vermeintlich natürlichen Mittelchen.Genauso verhält es sich derzeit bei Mineralfutter, das meist unüberlegt mit verschiedenen Kräutern angereichert wird. Auf den ersten Blick macht eine kombinierte Fütterung mit natürliche Stoffen ja Sinn, allerdings ist von einer dauerhaften Verabreichung abzuraten. Achten Sie darauf, jede Art des Eingriffs in den Organismus Ihres Tieres auf Situationen zu beschränken, in denen er diese Hilfe auch tatsächlich benötigt. Prophylaxe ist immer gut, aber bitte im richtigen Maß und Rahmen.Auch wenn die zwar meist weniger Schaden anrichten als chemische Präparate, so dürfen Sie bitte nicht vergessen, dass auch die Natur „wirkt“ und selbst homöopathisch basierte Medikamente den Organismus „irritieren“ können. Wenn Sie Ihr Tier mit Kräutern oder natürlichen Stoffen unterstützen möchten, empfehlen wir immer den Rat eines Fachmanns einzuholen.

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